Was ist der Mensch?
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Der Mensch ist ein Gebilde, das zu 60 bis 70 % aus Wasser, etwa 20 % Proteinen, 15 % Fetten und 5 % Mineralen und anorganischen Stoffen besteht. Dies nehmen die meisten Menschen an. In Wirklichkeit ist der Mensch jedoch mehr und viel komplizierter.. Er besteht genau aus 65% Sauerstoff, 18% Kohlenstoff, 10 % Wasserstoff, 3 % Stickstoff, 1,5 % Calcium und 1,0 % Phosphor sowie geringe Konzentrationen von Schwermetallen wie Eisen, Zink, Kupfer, Blei, Cadmium und Chrom. Bei der Einäscherung eines Menschen verbleiben etwa 2 bis 3 kg Asche, die zum größten Teil aus Trikalziumphosphat (einem wichtigen Mineraldünger) besteht. (Alle Bestandteile sind zusammen ca. 8€ wert) Dies, und die Tatsache, dass der Mensch streng genommen ein Tier aus der Gattung der Primaten, zur Unterordnung der Trockennasenaffen und dort zur Familie der Menschenaffen gehörend, ist, welches durch zufällige Mutationen entstanden ist, sind Fakten, die niemand widerlegen kann. Und doch muss der Mensch mehr sein, da diese auf Kohlenstoff basierende Bioform als einzige bekannte Lebensform auf einer Planetenkugel, welche von ihr „Erde“ genannt wird, ihr eigenes Leben überdenken und für sich selbst individuelle Ziele definieren kann. Dabei ist der Mensch selbst in seinem Denken eingeschränkt, er kann nicht über den Horizont seiner eigenen Gedanken springen. Ein Menschenwesen macht sich ein Leben lang Gedanken, ob es eine höhere Macht gibt, die es leitet, oder ob es doch alleine ist und nur durch bloßen Zufall auf die Erde gelangt ist. Dieses Vakuum versucht der Mensch krampfhaft zu füllen und seinem Leben einen eigenen Sinn zu geben, mit dem er selbst zufrieden ist. Einige Menschen schaffen es dabei, fremdes Leben auszulöschen, bewusst und unbewusst. Wieder Andere verbarrikadieren sich hinter ihrer eigenen selbst geformten Identität und verlernen es, auf fremde Menschen einzugehen. Sie setzen ihre Interessen notfalls mit Gewalt durch und sehen gar nicht, wie sinnlos und kontraproduktiv sie ihr eigenes Leben einrichten, mit dem sie nicht zufrieden sein können. Währenddessen versuchen andere Typen Mensch herauszufinden, ob es ein Leben nach dem Tod gibt und welche Gesinnung wohl ein mögliches transzendentes Wesen dem Menschen gegenüber haben könnte. Doch auch ihnen gelingt es nicht, über den Horizont ihrer Gedanken zu sehen. Viele sehen jedoch diese Unmöglichkeit nicht ein und fabulieren sich eine neue Religion zusammen, die genau Mittel zu dem Zweck ist, den sie selbst festgelegt haben. Ein Mensch kann nur in der Gesellschaft anderer Menschen überleben. Doch genau diese schränkt ihn ein, genau diese fesselt die Gedanken eines Menschenwesens an feste Normen, die es sich selbst zu faul ist, umfassend zu hinterfragen. Der Lebensweg eines Menschen verläuft in der Gesellschaft, ein einfaches Umkehren oder freies Entscheiden nach seinen Möglichkeiten das Leben zu gestalten, ist für einen Menschen nicht möglich. Menschen formen ihre Gesellschaft, ihre Umwelt und ihre eigene Sichtweise der Dinge nach ihren Vorstellungen. Viel Respekt für andere Daseinsformen auf dem Planeten „Erde“ bleibt aufgrund von verstockten alten und neuen Sichtweisen nicht übrig. Sogar sich selbst und andere Menschen töten einige Mächtige mit grausamsten Waffen, da in einem Konflikt beide Parteien zu sehr an ihrem eigenen Ideenhorizont hängen und es nicht schaffen, über ihren Schatten zu springen. Dabei ist es einem solchen Typ Mensch am wenigsten möglich, sein eigenes kurzes Leben mit einem Sinn zu füllen, der im Leben selbst und nicht in einem möglichen Leben nach dem Tod liegt. Allgemein ist der Mensch mit seiner eigenen Existenz bis auf den heutigen Tag nicht fertig geworden. Und eine solche Lebensform, die es nicht einmal schafft, sich selbst zu definieren, bezeichnet sich als „Krone der Schöpfung“? Wir werden genau überlegen müssen, was wir auf die Dauer mit den Menschenwesen anfangen sollen….
Bild: “Human Flood” by ecstaticist
(Dieser Text wurde ursprünglich im Jahr 2009 für den Religionsunterricht geschrieben)
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